Fachtagung Öffentlichkeitsarbeit: Global denken - lokal handeln
"Vom Schnippelbogen zum Datendschungel" - pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit in Wien
Um dem Bemühen der vielen Ehrenamtlichen für ihre neue Funktionsperiode als
Pfarrgemeinderäte einen hochmotivierten Start zu ermöglichen, stand am Samstag
in Wiens jüngster Kirche auf der Donauplatte, "Christus Hoffnung der Welt" die pfarrliche PR auf dem Prüfstand. Eingeladen hatte zu dem Fachtag der Ausschuss
Pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit des Vikariates Wien-Stadt.
Kirchenglocken sind zu wenig
Am Beginn gaben die beiden PR-Experten Christian Herret und Robert Gerstbach-Muck
einen Einblick in das Glaubensleben der Österreicher. Fazit: Um die Öffentlichkeit
zu erreichen, genügt es heute nicht mehr, die Kirchenglocken zu läuten! Christian
Herret ist bei der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA) für die Bereiche Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit
tätig. Er empfahl den fast hundert Teilnehmern, sich auch um das gesellschaftliche
Umfeld der Pfarre Gedanken und Überlegungen zu machen. Die Kirche kann sich
nicht mehr darauf verlassen, dass die Menschen zu ihr kommen, sie selbst muss
sich zu den Menschen hin bewegen und sie dort abholen wo sie stehen.
Robert Gerstbach-Muck, zuständig bei Missio-Austria für Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, wünschte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den
Pfarren Ideenreichtum. Er forderte sie zur aktiven Kommunikation mit den Medien
heraus, um die vielen herzeigbaren Angebote in den Pfarren öffentlich bekannt
zu machen. Die primären Zielsetzungen der Medienarbeit seien die Aufnahme eines
Dialogs, der Aufbau von Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Verständnis. Medienarbeit
sei zuallererst eine Frage der Haltung, der inneren Einstellung, und dann eine
Frage einer glaubwürdigen Informationspraxis.

Josef Moritz Vikariatsrat von der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit, P. Albert,
Rektor der Kirche, und Weihbischof Ludwig Schwarz
In Kleingruppen konnten die Teilnehmer abschließend die Anregungen der Referenten
zu Lobbying, Medienkontakten, Fernstehendenverkündigung und Networking diskutieren.
Auch für einen konkreten Motivationsschub war gesorgt: Mittels Feedbackbogen
wurden die Teilnehmer aufgefordert, ein konkrete Öffentlichkeitsarbeit-Maßnahme
für ihre Pfarre zu benennen. Im Herbst soll dann via Email ein Austausch über
die Erfahrungen erfolgen. Am Nachmittag war bei mehreren Stationen außerdem
Gelgenheit sich über verschiedene Angebote zu informieren.
Nach dem Gottesdienst
wurde Weihbischof Ludwig Schwarz vom Ausschussleiter Josef Moritz ein Brief
an Kardinal Christoph Schönborn, mit der Bitte die diözesane Mediendatenbank
mit den nötigen Ressourcen auszustatten, übergeben. Der Rektoratsseelsorger
P. Albert Gabriel SDS, von "Christus, Hoffnung der Welt", begleitete den gelungenen
Fachtag von Anfang an und erklärte im Gottesdienst die Symbole des Kirchenraumes.
Zur Erinnerung konnten die Teilnehmer eine "Kartonkerzenwürfel" mit den Grafiken
für die Symbole mitnehmen und zu Hause beim Basteln nochmals das erlebte nachwirken
zu lassen. Weihbischof Schwarz riet den Teilnehmern, sich von der Berufung der
Jünger durch Jesus Christi treffen zu lassen und sich von der Liebe Gottes geboren
zu wissen, um manchmal auch damit getröstet zu werden.
Datum: 08.04.2002
Autor: karg/red
Erzdiözese
Wien