Reflexion der PGR Arbeit
anhand von Impulsen aus der Apostelgeschichte
In der Apostelgeschichte schildert der Evangelist Lukas wie es mit der Kirche anfing. Sein Text ist nicht als chronologischer Bericht zu verstehen, sondern als Verkündigungsschrift, die der jungen Kirche Mut machen will, dass ihr trotz mancher Probleme eine gute Zukunft zugesagt ist. So wie damals geht die Kirche auch heute durch Höhen und Tiefen, erleben wir in den Pfarren Schönes, Ermutigendes, aber auch Schwieriges. Lassen sie sich vom Wort Gottes inspirieren zu einem tieferen Blick auf das, was sich in den letzten 5 Jahren getan hat. Die Geschichte Ihrer Pfarre, Ihres Pfarrgemeinderates ist Teil der Geschichte Gottes mit der Kirche. Sie selbst sind Teil der Apostelgeschichte der Gegenwart! (siehe auch: Vorbereitung auf dem Papstbesuch)
Gemeinschaft
Als sie (nach der Himmelfahrt Jesu) in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. 1:13-14
- Wie haben wir untereinander (als PGR, als Pfarrgemeinde) die Gebets- Gemeinschaft gepflegt?
- Welche Personen waren dabei wichtig – wem haben wir zu danken?
- Wo/was war unser „Obergemach“, unser Ort des gemeinsamen Betens?
- Wo war unsere Gemeinschaft von einer Atmosphäre des Mutes, der Ermutigung, der Einmütigkeit geprägt?
- Welche Rollen übernehmen Frauen in unserer Pfarre?
- Wie sieht das Miteinander der Geschlechter aus?
Vision
Petrus sprach: jetzt geschieht, was durch den Propheten Joël gesagt worden ist:
In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. 2:16 f
- Welchen Platz haben in unserer Arbeit Träume und Visionen?
- Wie ist das Verhältnis zu dem, was einfach getan werden muss?
- Wofür waren wir / war ich „Feuer und Flamme”?
- Wo haben wir die Kraft des Hl. Geistes als Energie gespürt, sodass der Einsatz leicht gefallen ist und sich die Mühen gelohnt haben?
Glaubenstradition
Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. 2:42
- Wie haben wir unser Leben, das der Gemeinde und der Menschen um uns herum in Gebet und Liturgie vor Gott gebracht?
Welchen Stellenwert hat für uns die sonntägliche Eucharistie? - Wann haben wir uns über das Glaubensbekenntnis der Kirche ausgetauscht?
Haben wir eigene Worte für unseren Glauben gefunden und auf diese Weise die Frohe Botschaft in unseren heutigen Alltag übersetzt? - Wo haben wir uns als Teil eines größeren Ganzen erfahren (eines Seelsorgeraumes, Dekanates, der Diözese, der Weltkirche, der Welt)?
- Wie ist es uns gegangen mit der Organisation des Kirchenjahres (von der Gestaltung der Liturgie, von der Sterningeraktion über die Caritashaussammlung bis …) ?
Glaubensverkündigung
Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben. 4:20
- Wo haben wir die Kraft des Wortes Gottes gespürt, seine Wirkung wahrgenommen?
- Wie tragen wir die Frohe Botschaft in Wort und Tat weiter (bis hin zu Pfarrblatt, Raumgestaltung, Festgestaltung…)?
Widerstandskraft
- Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. 5:29
- In welchen Situationen war Widerstand nötig und der Mut zum Unpopulären?
- Wofür bzw. für wen sind wir mit unserem Widerstand eingetreten?
So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er. 7:59f
- Wo wurden wir in die Knie gezwungen?
- Welche Niederlagen haben wir erlebt?
- Haben wir uns innerlich und äußerlich damit versöhnt?
Neue Herausforderungen
In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. 6:1-3
- Welche neuen Initiativen sind bei uns gewachsen?
- Wie ging es uns damit, MitarbeiterInnen zu gewinnen?
- Wie sind wir mit ihnen umgegangen?
- Wie haben wir den Dienst an dem Menschen verwirklicht?
Kontakt mit Suchenden
Philippus lief hin und hörte ihn (den Kämmerer der Königin von Äthiopien) den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. 8:30 f
Wo sind wir mit Suchenden oder mit Menschen, die nicht unmittelbar zur Pfarrgemeinde gehören ins Gespräch gekommen?
- Wo und von wem waren wir gefragt?
- Wie sind wir mit solchen Gelegenheiten und Herausforderungen umgegangen?
Umgang mit Konflikten
Nach großer Aufregung und heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Paulus und Barnabas beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen. Die Apostel und die Ältesten traten zusammen, um die Frage zu prüfen. 15:2.6
- Wo ist es uns gelungen Differenzen positiv und ehrlich auszutragen?
- Wo war es notwendig, neue Regeln für das Miteinander auszuhandeln?
- Wie werden Entscheidungen gefällt?
Glaube im öffentlichen Raum
Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. Denn als ich umher ging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. 17:22 f
- Wo haben wir die Frohe Botschaft in den öffentlichen Meinungsaustausch eingebracht?
- Welche Orte und Gelegenheiten gab bzw. gibt es bei uns dafür?
Glaubensentscheidung
Paulus in Rom:
Die einen ließen sich durch seine Worte überzeugen, die andern blieben ungläubig. 28:24
- Welche Personen sind in den letzten Jahren in die Pfarre hinein gewachsen?
- Worüber können wir uns freuen?
- Wie gelingt es uns, den Menschen ihre Freiheit zu lassen und sie Gott anzuvertrauen?
Vermächtnis
Die Apostelgeschichte endet mit folgendem Vers:
Er verkündete das Reich Gottes und trug ungehindert und mit allem Freimut die Lehre über Jesus Christus, den Herrn, vor. 28:31
- Welches „Vermächtnis“ wollen wir an den neuen Pfarrgemeinderat weitergeben?
- Was ist weiterhin der Beitrag der ausscheidenden PGR Mitglieder?
Thomas Bäckenberger, Wolfgang Müller, Anton Rosenzopf
PS.: Eine Anregung: Schlagen Sie die Heilige Schrift auf und lesen Sie die einzelnen Stellen im Kontext der Apostelgeschichte.
Wenn Sie in Ihrer Pfarre das Blatt „Apostelgeschichte der Gegenwart“ noch nicht gestaltet haben, kann Ihnen dieses Gestaltungsbeispiel vielleicht eine Hilfe sein.
Vorbereitung auf dem Papstbesuch 2007