Ergebnisse der Gruppenarbeit
im Anschluss an die Präsentation der PGR-Studie durch Prof. P.M. Zulehner
am 19. Februar 2010 im Kardinal König Haus
Wo liegen Schwerpunkte der Weiterarbeit an den Studienergebnissen?
Gruppe I
- Es geht um stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Pfarre, Schule, Kindergarten, Politische Gemeinde
- Kompetente Impulse von außen: Beratung, Moderation, Begleitung, auch Training zur Unterstützung einer professionellen Arbeitskultur
- Jeder PGR sollte Visionen entwickeln, für konkrete Zeitspannen (2015, 2020…) mit Umsetzungsschritten und Plänen
- Es braucht Wandlungsbereitschaft im PGR selbst – von allen Mitgliedern
- Im Mittelpunkt der Mensch – müsste Vorrang haben gegenüber Aufgaben im Bauausschuss--- Der PGR muss auch „geistige Nahrung“ geben, speziell für junge Mitglieder; andererseits müssen deren Impulsen und Bedürfnissen Vertrauen entgegen gebracht werden
- Kirche vor Ort leben: Firmgemeinschaften brauchen viel Freiheit und Einfühlung, das Moment der Forderung sollte reduziert werden; es braucht auch ehe- und familiengerechte Formen von Gemeinschaft in den Pfarren.
Gruppe II
- Es muss an einem neuen Statut gearbeitet werden, das eine echte Kompetenz- und Arbeitsverteilung regelt. Es geht um Effektivität der Arbeit des PGR, um Nachhaltigkeit, um Entscheidungsbefugnisse im PGR
- Den Priestern/Pfarrern muss verstärkt die Bedeutung von Teamarbeit vermittelt werden: Beratung, Vermittlung der „Stimme der Pfarrbevölkerung“ haben letztlich das Ziel, in gemeinsame Entscheidungen einzufließen. Autokratisches Entscheiden ist diesem Gremium nicht angemessen; Der erste Schritt wäre das Einhalten der jetzigen Statuten.
- Es braucht auch Fortbildung, Ermutigung dazu, ev. auch Verpflichtung
- Zukunft hängt vom PGR ab – ob Leben in der Gemeinde gestaltet werden kann, hängt an echter Delegation, Zulassen von Neuem, Übertragung von Verantwortung an die Jüngeren, echter Partizipation – dafür steht der PGR.
- Ein erster Schritt ist die Förderung der Kommunikationskultur: Austausch von Beobachtungen, Ortung von Bedürfnissen, Umgang mit Gefühlen, Bitten…
Gruppe III
- Wichtig ist, dass die Informationen und Ergebnisse an die Priester und alle Pfarrgemeinderäte weiter gegeben und
- Verarbeitet werden – dies auf allen Ebenen bis hin zur Bischofskonferenz
Gruppe IV
- Es ist schwer, junge Menschen für die Kirche zu begeistern. Warum allerdings? Fehlt es nicht an einer Offensive der Kirche in der Öffentlichkeit, dem Versuch nicht nur mit negativen Meldungen präsent zu sein?
Gruppe V
- Die Aufwertung des Ehrenamtes sollte auch auf der Ebene der Politik betrieben werden; ist gleich wichtig wie familienpolitische und sozialpolitische Belagen, weil es ja ein wichtiger Teil davon ist
- Eine Reform der Priesterausbildung in der Richtung, dass Priesteramtskandidaten von Beginn an sensibilisiert werden für den Umgang mit einem Gremium, die Bedürfnissen und Rechten der Mitglieder, Männern und Frauen
- Jede Heuchelei ist zu vermeiden – „als ob Haltungen“, als ob etwas zu entscheiden wäre… genauso wie: als ob nichts zu entscheiden wäre… Wortgottesfeiern stehen dafür, dass es um ein Durchbrechen allzu starrer Ordnungen in der Messliturgie geht zugunsten einer Vielfalt von liturgischen Feiern.
Gruppe VI
- Es ist wichtig, den Klerus über die Umfrage und deren Ergebnisse zu informieren, denn die Zukunftsvisionen sollen nicht verloren gehen! Mit den Priestern geht es darum, sie umzusetzen.
- Ein Aufbruch der Strukturen ist angesagt – das braucht Mut, auch zum Protest von unten
- Der Sorge um die Jugend ist nur durch verstärkten Kontakt zu begegnen. Die Kirchenbeitragsaufforderung zur Volljährigkeit oder bei der Neuansiedlung ist zu wenig.
Gruppe VII
- Es geht darum, Gemeinschaft zu fördern
- Familiengottesdienste zu stärken
- Aufgaben im PGR verteilen und Ideen der Jugend zu berücksichtigen
- Entscheidungen treffen Antworten finden – positiven Zugang zum Glauben, für jedes einzelne Mitglied im PGR orientiert an seinen Fragen
- Priester mit ihren Problemen in der Ausübung ihres Amtes nicht alleine lassen
Gruppe VIII
- Neue Zugänge zur Jugend finden
- Sich Gott zuwenden, durch Gebet, besonders in aussichtslosen Situationen; allerdings gibt es vielerorts auch Angst vor einem „falschen Gottesbild“, das überwunden werden muss
- Miteinander leben, Vorbild sein und zum Glauben stehen
- Erwartungen von Außenstehenden in Erfahrung bringen, kennen lernen
- Basis schaffen für die Zukunft
Gruppe IX
- In einer neuen PGR-Ordnung muss den Erkenntnissen über die Bedeutung des Pfarrers für die Zufriedenheit im PGR, die Bedeutung seiner Stellung im Leben der Gemeinde und seiner Rolle im PGR Rechnung getragen werden
Gruppe X
- Die Erfahrung zeigt, dass es eine gute Erfahrung im PGR nur dann gibt, wenn mit dem Pfarrer Harmonie herrscht und gegenseitiges Vertrauen. Doch diese Basis ist nicht überall gegeben – der Weg müsste in diese Richtung gehen. Schritte dahin liegen in der Persönlichkeitsentwicklung aller Betroffenen: Pfarrer und PGR-Mitglieder
Gruppe XI
- Kinder und Jugendarbeit sind wieder einmal zu fördern; ev. nach dem Beispiel Stadtmission
- Der PGR ist als Gremium auch da, zu entscheiden, nicht nur zu beraten
- Der Stellenwert des PGR ist immer wieder in die Pfarrbevölkerung hinein zu vermitteln, es braucht starke Öffentlichkeitsarbeit
- Mehr Praktisches statt Theorie
- Zeugnis ablegen
- Basisfinanzierung für die Pfarren sicher stellen – Geld soll nicht das einzige Thema des PGR sein!
- Frauen sollen verstärkt in kirchlichen Gremien vertreten sein
Gruppe XII
- Es sollte eine Internetplattform für Pfarrgemeinderäte geschaffen werden mit der Möglichkeit zur Selbstorganisation
- Stärkere Vernetzung mit der Entwicklung von Aktionsplänen, einer Strategie der kleinen Schritte, Austausch der kleinen Erfolge, etc.
Gruppe XIII
- Es ist wichtig, die Studie allen zugänglich zu machen um das Verantwortungsbewusstsein der PGRäte zu fördern
- Der PGR muss wirklich mitgestalten und entscheiden dürfen – dafür braucht es entsprechende Statuten, die von der Kirchenleitung dann auch mitgetragen werden
- Eucharistiefeier am Sonntag vor Ort ist wichtig, das Heimatgefühl der Menschen ist zu achten! Es bräuchte vielleicht ein geändertes Priesterbild, das Raum lässt für die Mitverantwortung kleiner Gemeinden für ihre Eucharistiefeiern; auch für Feiern ohne Priester, beides in guter Balance.
- Zugleich ist Aufgabe der Stunde die Vernetzung von Pfarren, stärkere gemeinschaftliche Strukturen, wo nicht jede alles allein für sich tut, besonders im Jugendbereich
Gruppe XIV
- Vorbereitung von Sitzungen ist zu verbessern – Ernstnehmen von Vorstand, Tagesordnung, …;
- Zu den Kompetenzen des PGR muss auch Beschlussfähigkeit gehören
- Es brauch Konfliktmanagement, Befähigung der PGR-Mitglieder zur Organisation (dass Priester zugleich Manager sind ist eigentlich nur in Mitteleuropa so), Verstärktes Delegieren, Aufteilen von Kompetenzen
- Der Jugend ist in erster Linie mit Wertschätzung zu begegnen
Gruppe XV
- Der Jugend gilt es ein Vorbild zu sein (Fr. Roger…)
- In einer Pfarrerlosen Gemeinde müssen alle zusammenhelfen, inklusive der Predigt und Gemeindearbeit
- Ortsgemeinde ist im wesentlichen immer noch Eucharistiegemeinde und soll es nach Möglichkeit bleiben
- Zelebrant ist das Gottesvolk – der Priester ist der Vorsteher
- Das Glaubenswissen muss weiter entwickelt werden; es gibt verschiedene spirituelle Bedürfnisse und Zugänge – diese müssen auch wertgeschätzt werden; werden sie „abgetötet“ oder nur korrigiert, führt es zu Distanzierung
- Vieles steht und fällt mit dem Pfarrer als Gemeindeleiter – letztlich wäre bei der Priesterausbildung und der Auswahl der Kandidaten für das Priesteramt mehr wert auf die Befähigung zur Gemeindeleitung zu legen.
Hier sind die Ergebnisse thematisch aufbereitet …
Zusammenfassung: Mag. Johannes Pesl