Leitfaden für das Gespräch mit den Medienvertreter(inne)n

Österreichweit werden in der Vorbereitung auf die kommende Pfarrgemeinderatswahl Journalist(inn)en lokaler Medien von Pfarrgemeinderats-Mitgliedern zu einem Gespräch eingeladen. Ausgehend vom Motto „Lebensräume gestalten. Glaubensräume öffnen“ soll dargestellt werden, was eine Pfarre und ihre Mitarbeiter(innen) für die Menschen vor Ort - von der Öffentlichkeit meistens unbeobachtet - leistet: Pfarren bringen Menschen miteinander in Kontakt, sorgen sich um Personen(gruppen), die in Not geraten, helfen konkret, begleiten Menschen in Krisen, bauen Brücken zwischen Parteien und Generationen, sind eine Plattform zum Gespräch über Werte und wesentliche Lebensfragen, organisieren Aktionen, die für den gesamten Ort bedeutsam sind, bieten Raum für Stille, Gebet, Kontemplation und Selbstfindung. All das findet oft wenig öffentliche Aufmerksamkeit, wird aber, wenn man es erzählt, als sehr wertvoll angesehen.

Einladung

Ideal ist, wenn Sie einige Tage nachdem die Einladungskarten verschickt worden sind, zusätzlich in der Redaktion anrufen und Ihre Gesprächseinladung mit Hinweis auf die per Post versandte Karte erneuern. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht genau in der Zeit des Redaktionsschlusses bei den Journalist(inn)en melden!

Machen Sie die Medienvertreter(innen) auf den aktuellen Anlass der Einladung zum Gespräch aufmerksam: die Pfarrgemeinderatswahl am 18. März bzw. die Vorbereitungen dazu (Kandidatensuche, etc.), die schon jetzt begonnen haben.

Wenn die Einladung angenommen wird, seien Sie bitte möglichst flexibel in der Festlegung des Gesprächstermins. Ort des Treffens kann zum Beispiel ein Kaffeehaus, genauso aber auch die eigenen vier Wände sein. Planen Sie ausreichend Zeit für das Gespräch ein. Auch der Journalist/die Journalistin nimmt sich die Zeit, um Ihrer Einladung zu folgen, es wäre nicht gut, wenn Sie dann dabei eine gehetzten Eindruck machen und eigentlich schon zum nächsten Termin weiter müssen.

Vorbereitung

Bitte bereiten Sie sich auf den Termin Gespräch inhaltlich gut vor. Es soll zwar vor allem ein persönliches Gespräch sein, trotzdem kommt der/die Journalist(in) mit der Erwartung, von Ihnen konkrete Informationen für seine Arbeit zu erhalten.

  • Gehen Sie die beigelegten Grundinformationen über Pfarrgemeinderäte in Österreich durch und informieren Sie sich auch über die Situation in Ihrer Pfarrgemeinde (Anzahl der PGR derzeit, Frauen, Männer, Jugend; Schwerpunkte der Arbeit derzeit; Priester, die in der Pfarre wirken, ev. Situation im Dekanat). Diese Informationen dienen in erster Linie ihrer persönlichen Sicherheit im Gespräch, wenn die Sprache darauf kommt – sie sollen nicht den Hauptinhalt des Gesprächs bilden. Für evt. weitere Fragen dazu steht Ihnen das Vikariat oder auch das Amt für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.
  • Sie sollten auch über die wichtigsten organisatorischen Grundlagen (Termin, Wahlmodus, etc.) zur Pfarrgemeinderatswahl Bescheid wissen. Rechnen Sie damit, dass Sie nach Ablauf und Stand der Kandidatensuche in Ihrer Pfarre etc. gefragt werden.
  • Versuchen Sie vor dem Gespräch, sich in die Lage der Journalisten zu versetzen und zu überlegen, was sie am Thema Pfarrgemeinderat interessieren wird? Was macht der Pfarrgemeinderat gerade Ihrer Pfarre, das für die Journalistin oder den Journalisten interessant sein könnte? Bleiben Sie nicht nur allgemein, sondern berichten Sie von konkreten Aktivitäten und Angeboten, die Ihre Pfarre leistet. Bewusst werden Medienvertreter aus regionalen und lokalen Medien angesprochen. Diese Medien leben von Geschichten aus dem Leben der Menschen im oder der Region. Gerade Pfarren können hier viel anbieten.

Beim Gespräch

  • Versuchen Sie nicht, "gekünstelt" aufzutreten, bleiben Sie sich selber treu. Wenn Sie sonst viel in der Mundart sprechen, tun Sie das auch im Gespräch mit dem/der Journalist/in. Erzählen Sie einfach über die Arbeit als Pfarrgemeinderat genauso, als ob Sie es einem Bekannten erklären möchten.
    Ein Tipp: Probieren Sie das Gespräch einfach vorher einmal aus. Erzählen Sie Familienangehörigen oder Freunden von Ihrer Arbeit im Pfarrgemeinderat: Was ist der Sinn des PGRs, wer engagiert sich, wie und warum?
  • Vermutlich werden Sie im Gespräch auch danach gefragt, was im Pfarrgemeinderat - oder ganz allgemein in der Kirche - nicht so gut läuft. In einem fundierten Gespräch über Kirche ist auch Platz für Kritisches. Bitte gehen Sie aber mit vertraulichen Informationen diskret um und beschränken Sie sich auf das, was sich in Ihrer Arbeit im Pfarrgemeinderat als schwierig erweist. Bitte bedenken Sie, was das Ziel Ihres Gesprächs über die Arbeit im Pfarrgemeinderat sein soll: Ihre wichtiges Engagement im Pfarrgemeinderat, das sonst oft wenig Öffentlichkeit bekommt, soll in den Mittelpunkt rücken. Frei nach dem Motto: „Wir tun Gutes und diesmal reden wir auch darüber.“
  • Gerne können Sie auch Info-Material und Unterlagen aus Ihrer Pfarre, zum Beispiel einen Pfarr-Folder, übergeben – „ersticken“ Sie Ihren Gesprächspartner jedoch nicht mit zuviel davon und achten Sie darauf, dass die Materialien der Pfarre „offiziell“ und zur Weitergabe bestimmt sind.

Nach dem Gespräch

Wir sind sehr an Ihren Erfahrungen in diesem Gespräch interessiert. Wenn Sie möchten, nehmen Sie  einige Tage danach mit uns Kontakt auf:

Andreas Gutenbrunner, Erzdiözese Wien Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (01) 515 52-3593
Mag. Johannes Pesl, Referat Pfarrgemeinderat, Tel. (01) 515 52-3373
und die Vikariatssekretäre!

siehe auch Kontakt zu Medien